Bild S.38, Eine sehr wirkungsvolle Maßnahme zur Beschleunigung der Katalysatoraufheizung ist die Energiezufuhr durch hoch exotherme freie Gasreaktionen.
Hierbei wird der Motor während des Kaltstarts sehr fett bei einem Luftverhältnis von Lambda = 0.6 bis 0.7 betrieben. In einer Gasphasenreaktion werden die großen Mengen emittierten HC und CO mit zusätzlicher Luft, die direkt in den Krümmer eingeblasen wird, verbrannt. Da die freien Gasreaktionen erst bei ca. 600°C ablaufen, sollte die Luft so nahe wie möglich am Auslassventil zugeführt werden. Die Luft wird in der Regel über eine elektrisch betriebene Pumpe, je nach Bedarf ein- oder mehrstufig, gefördert. Eine optimale Wirkung erhält man bei einem Abgas-Lambda von 1.1 bis 1.2, was im Abgaszyklus eine Regelung der Luftmenge erforderlich macht. Führt man zu viel Luft zu, so kühlt das Abgas ab, was einen Teil des Emissionsvorteils zunichte macht.
Mit einem Sekundärluftsystem sind HC und CO Emissionsvorteile bis zu 70% erreichbar. Mit dieser Technologie ist die EU IV Norm sicher zu schaffen. Auf Grund der Komplexität des Systems (Pumpe, Eindüsungsvorrichtung, etc) und der damit verbundenen Kosten sucht man jedoch intensiv nach preiswerteren und ähnlich effektiven Lösungen.
© 2006 - 2010 by Dr.-Ing. E.h. Richard van Basshuysen und Prof. Dr.-Ing. Fred Schäfer - Entwicklung: REIMEDIA GmbH